CVJM Gera

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Andacht August

Der „Instant Gott“

Bigger, faster, better, more…

Entschuldigung, hast du mal Zeit? Nein – das war eigentlich auch keine Frage, sondern ein Witz: Natürlich hat keiner Zeit. Zeit hatte man früher, als die Welt noch ruhig

und beschaulich war. Als Großmutter gemütlich im Lehnstuhl saß und Socken für das putzige Enkelchen strickte, das Kamin feuer knisternd vor sich hin loderte und die Katze zufrieden schnurrte. Heute, in der harten Welt, hat Mann und Frau keine Zeit mehr. Alles muss schnell gehen, alles jetzt und sofort. Bigger, faster, better, more – aber bitte zackig! Geld zieht man sich aus dem Bankomat, statt Briefen schickt man SMS und Einkäufe erledigt man via Internet. Brigitte testet für ihre Schönheit die besten „Quick dry Nagellacke“, die innerhalb von einer Minute trocknen, Ich und meine Familie zeig die besten 100 15-Minuten-Menüs, und auch sonst geht alles ganz, ganz schnell: der neue Kredit in ein paar Stunden, Abnehmen in ein paar Tagen, gesund in ein paar Wochen, reich in ein paar Monaten! Das ist ja alles so einfach und so schnell. Aufmachen, heißes Wasser drauf, umrühren und fertig! Fertig ist das Mittagessen. Fertig ist das ganze Leben. Schöne neue Welt.

 

Was zum Leben noch fehlt? Ein bisschen Glaube, ein bisschen Religiosität, ein Happen Transzendenz, der unserem hektischen, technisierten Alltag Licht und Wärme gibt. Aber auch dafür gibt es schnelle Abhilfe: Buddha-Armbänder für ein paar Euro aus dem Kaufhaus ihres Vertrauens, der Mega-Trend aus den USA. Das ist kein Witz: Die Stars und Sternchen der Film- und Musikbranche wie Richard Gere, Ricky Martin, Madonna oder Mimi Rogers werben für diese Armbänder. In Sekundenschelle und ganz nebenbei, ohne eigenes Zutun, geben sie uns, was wir brauchen: Rosenquarz sorgt für verliebtes Herzklopfen; Bernstein vertreibt Unwohlsein und die gelben Perlen machen happy. Noch Fragen?

Wir Christen sind da natürlich ganz anders. Wir lassen uns von diesem weltlichen Treiben nicht anstecken. Wir haben Zeit und nehmen uns Zeit, für uns selbst und andere. Wenn jemand unsere Hilfe braucht, sind wir für ihn da, sei es der Kosovo-Albaner aus dem Asylbewerberheim, die vereinsamte Oma aus der Gemeinde oder der lästernde Arbeitslose aus der Nachbarschaft. Wir helfen gerne. Dieses Verhalten entspringt letztlich unserem ausführlichen Bibelstudium und dem stundenlangen Gebet vor Sonnenaufgang. Das macht uns Christen auch so ausgeglichen und zu erholsamen Oasen in der doch so hektischen und böse gewordenen Welt. Wir hassen Oberflächlichkeit und lieben den geistlichen Tiefgang. Darüber könnten wir stundenlang reden.

Aber dafür habe ich jetzt leider keine Zeit. Sorry, ich muss mir kurz noch einen Instantkaffee reinziehen und dann zur Arbeit. Meine Stille Zeit? Ach so – ja, natürlich, sonst immer und ausführlich, aber heute ist es ganz schlecht. Bin spät dran. Wo ist eigentlich mein Losungsbuch?

(nach Tobias Faix, „Würde Jesus bei Ikea einkaufen?“)

Bürozeit:
Montag:
10.00-12.00 + 13.00-15.00 Uhr
Dienstag:
10.00-12.00 + 13.00-17.00 Uhr
Mittwoch:
10.00-12.00 + 13.00-17.00 Uhr
Donnerstag:
10.00-12.00 + 13.00-17.00 Uhr
Freitag:
15.00-19.00 Uhr
 
 
Zu diesen Zeiten können auch Sachspenden für die stattfindenden Flohmärkte abgegeben werden.
Du bist hier: Andachten >> Andachten der letzten Monate